Wellness international

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Wellness ist ein Wortgebinde, das in den 1950er Jahren mit den amerikanischen GIs, die auch die „Muckibuden“, die heutigen Fitness-Center, populär machten, nach Deutschland gekommen ist. Wellness lässt sich ohne den Verlust seiner Quintessenz nicht ins Deutsche übersetzen. Deshalb ist es ebenso wie beispielsweise der Amerikarismus o. k. (= okey) in unseren Sprachgebrauch eingeflossen. Wellness setzt sich aus den Silben der englischen Worte feeling-well und fit-ness zusammen. Allerdings ist Wellness kein englisches Wort, sondern ein Amerikanisches.
Wie die meisten Amerikarismen ging das Fantasiewort Wellness um die ganze Welt und ist inzwischen ein international akzeptierter Allgemeinbegriff für Freizeit- und Körperertüchtigung geworden. Fast alle Hersteller branchenbezogener Produkte benutzen diese Vokabel als Prädikat.
Wellness bezeichnet jedoch nicht nur sport- und gesundheitliche Aspekte. In den USA bezieht sich Wellness sowohl auf gesellschaftlichen Erfolg und berufliche Zufriedenheit als auch auf familiäre Harmonie und verlässliche Partnerschaft. Feeling-well, sich behaglich fühlen und dabei körperlich fit sein, ergibt in der Summe den Begriff Wellness, der inzwischen auch für Designer und Architekten ein wichtiges Schlagwort geworden ist.
In den Touristikmittelpunkten gibt es kaum ein Hotel, das nicht mit seinen Wellness-Einrichtungen wirbt. Tennisplatz, Sauna, Fitnessbereich, Massagesalon und Spa gehören heute zu den obligatorischen Angeboten des Hotelgewerbes. Politiker und Touristikmanager in Urlaubsidyllen wie die Türkei, Tunesien, Algerien und Marokko erkannten den Bedarf und handelten entsprechend. Orientalische Hamams, Thalassobäder und überlieferte Behandlungsformen erblühen zu neuem Glanz.
In den südostasiatischen Touristikmetropolen wie Malaysia, Thailand und Vietnam sind in den vergangenen Jahren unzählige Wellness-Anlagen entstanden. Thailand, das bis vor vier, fünf Jahren in erster Linie auch Ziel von Sextouristen war, ist heute regionaler Spitzenreiter in der Wellness-Branche. Dort und in den Nachbarländern hat man die klassischen Massagetechniken wiederentdeckt. Ölmassagen, Kräutermassagen und Spa- Behandlungen werden allerorts zu erschwinglichen Preisen angeboten. Eine Ganzkörpermassage gemäß traditionellem Thaistil dauert beispielsweise zwei volle Stunden. Es gibt kaum noch ein Hotel, das die Annehmlichkeiten seines Wellness-Bereiches nicht anpreist.
Viele Wellness-Einrichtungen bieten Körperertüchtigungen wie Chi Gong, Tai Chi, Yoga und dergleichen in Einführungskursen an. Auch die passiven Verteidigungssportarten wie Taek Wan Do und Judo findet man im Angebot. Über die ungebrochene Liebe zur Kopie und dem irrigen Glauben, alles aus dem Westen importierte sei erstrebenswert, hat sich auch das Wort Wellness in die asiatischen Sprachen eingeschlichen.
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Die Branche in Deutschland

- Foto: n.n. Prewro
Der Wellness-Markt in Deutschland, der in seinen Anfängen wenig ernst genommen wurde, hat sich zu einem nicht zu unterschätzenden Wirtschaftfaktor entwickelt. Immer mehr Produzenten von Wellness-Produkten drängen in dieses prosperierende Markt Segment.
Nach Meinung von Marketingexperten der Firma Future Business Group kommt es allerdings auf die richtige Platzierung des Begriffes Wellness an. Leitworte wie „Wohlfühlbonus“ oder „Therapieeffekt“ reichen heute nicht mehr aus. Sicherheit und Qualität sind die neuen Schlagworte.
Die Qualität deutscher Wellness-Produkte hat sich auch in Osteuropa und Russland herumgesprochen, die ihre traditionellen Banjas mit deutscher Technologie optimieren.
Sogar die Skandinavier ordern in Deutschland. Die Fa. Röger, die anlässlich der aquanale 2003 neue Kunden akquirierte, baute unter anderem eine Fitness- und Saunalandschaft in Norwegen.
Basierend auf dem stetigen Bedarf nach Wellness-Einrichtungen, der sich an der Begeisterung der Deutschen für Thermal- und Saunabäder orientiert, wächst das innereuropäische Geschäft stetig. Die H.S. Unternehmensgruppe Stork baute ein Thermalbad in Großbritannien. Einem neuen Trend zufolge saunieren auch die Engländer neuerdings und immer häufiger auch in gemischten Saunen. „Wie bei uns in den 1960er Jahren sind die Damen/Herren Saunatage, die ein- oder zweimal pro Woche angeboten werden, populär,“ sagt Michael Harbarth, einer der Planer der Stork Unternehmensgruppe.
Auch die Amerikaner, die sich grundsätzlich schwer tun nackt zu saunieren, selbst im engen Familienkreis, finden Gefallen an den in Europa konzipierten Wellness-Anlagen. Insbesondere Infrarot-Kabinen haben gute Verkaufschancen in den USA, sagt ein Vertreter der Fa. Phillips. Deutsche Sole-Inhalations- und Duftstoff-Dosieranlagen werden in alle Teile der Welt exportiert. Die Firma Kemitron aus dem schwäbischen Wendlingen gründete, wie viele andere, eine Niederlassung in den Vereinigten Staaten.
Langfristiger Erfolg gründet sich auf dem Fundament qualitativ hochwertiger Angebote. Dazu gehören zuverlässige Anlagen, geprüfte Kosmetikartikel und gut ausgebildetes Personal. Details die letztlich den Geist der Wellness-Bewegung ausmachen.
E. Richard Wolter



