Wellness-Führerschein – Lösungen

1. Ist es sinnvoll, gut gereinigt und abgetrocknet in die Sauna zu gehen?

Richtige Antwort: Ja, der entstehende Schweiß auf der Haut verdunstet in der Saunawärme – dadurch wird die Hauttemperatur gesenkt, und dies bewirkt eine spätere Reaktion des Körpers auf den Hitzereiz. Trockene Haut schwitzt schneller.

Kommentar: Leider wird dies von vielen Badegästen immer noch falsch gemacht, vielleicht finden es einige einfach zu lästig, sich abzutrocknen. Natürlich trocknet in der heißen Sauna die Haut früher oder später, aber der Kreislauf wird durch die nasse Haut unnötig belastet. Die meisten Leser haben diese Frage richtig beantwortet.

2. Was sollte man bei hohem Blutdruck vermeiden?

a. Die sehr heiße Sauna b. Das kalte Tauchbecken c. Kaltes Fußbad

Kommentar: Die richtige Antwort lautet hier: Das kalte Tauchbecken. Die Grundregel lautet: Menschen mit niedrigem Blutdruck müssen mit großer Hitze in der Sauna vorsichtig umgehen, Menschen mit hohem Blutdruck mit zu plötzlicher oder großer Kälte. Es empfiehlt sich für diese, zunächst an der frischen Luft, dann mit einem kalten Schlauchguss und danach einer Schwalldusche abzukühlen.

3. Was ist eine Bio-Sauna?

a. Eine besonders ökologische Form des Saunabads

b. Der Begriff ist falsch: Korrekt muss es heißen „feuchtwarmes Bad“

c. Eine Blockhaus-Sauna aus biologischem Holz

Kommentar: Es ist wohl kein Wunder, dass viele LeserInnen diese Frage falsch beantwortet haben. Denn leider wird der Begriff Bio-Sauna nach wie vor von vielen Betreibern benutzt, auch von solchen, die es eigentlich besser wissen müssten. Bereits vor vielen Jahren beschlossen Verbände wie der Deutsche Saunabund, dass das Wort Bio-Sauna in die Irre führen würde, da es sich eigentlich um ein feuchtwarmes Bad handele. Eine Sauna sollte mindestens 70 oder 80 Grad haben. Das Problem bestand in der Folge darin, dass wohl niemand „feuchtwarmes Bad“ an ein Türschild schreiben konnte. Nun sprossen die Namen aus dem Boden, man sagte Kräuter-Sauna, oder Bio-Bad, und es gab viele weitere Erfindungen. Welche davon wirklich korrekt sind, weiß auch in der Branche kaum jemand.

Gäste sollten sich einfach daran orientieren, wie viel Grad Hitze und wie viel Feuchtigkeit angezeigt wird. Dies sollte an der Saunatür angeschrieben sein oder zumindest an einem Thermostat in der Sauna ablesbar sein. Das Thermostat zeigt allerdings die Hitze unter der Decke oder an der obersten Bank an. Die lustigen Alternativen „Ökologische Form des Saunabads“ haben wir gewählt, um aufzuzeigen, dass der Begriff „Bio“ in dem Zusammenhang wirklich absurd ist.

4. Welches sind die wesentlichen Faktoren, damit durch die Sauna das Immunsystem gestärkt wird?

a. Mindestens vier Saunagänge pro Tag, die Abstände zwischen den Saunagängen sollten ca. 8 Minuten betragen

b. Mindestens drei Aufgüsse pro Saunatag, nur ein Aufguss sorgt für den echten Heiß-Kalt-Reiz

c. Ausreichendes Abkühlen an frischer Luft und die Anwendung von kaltem (nicht lauwarmem) Wasser. Die Abkühlzeit sollte genauso lange andauern wie die Aufwärmzeit

Kommentar: Diese Frage wurde von den meisten LeserInnen richtig beantwortet. Richtig ist, dass nur ausreichendes Abkühlen die Immunabwehr stärkt. Wer direkt in den warmen Whirlpool oder den lauwarmen Swimmingpool springt, gefährdet die positive Wirkung der Sauna für die Stärkung der Immunabwehr. Leider wird dies in der Baderealität häufig falsch gemacht. Viele meinen zudem, nur drei Aufgüsse am Tag brächten die erhoffte Wirkung – oder sie sind einfach „süchtig“ nach dem Erlebnis Aufguss. Wer jedoch an vielen Aufgüssen teilnimmt, sollte in jedem Fall auf ausreichende Ruhe und ausreichendes Trinken achten.

5. Ist es richtig, dass die Haut im Dampfbad mehr Feuchtigkeit bekommt als in der trockenen Sauna?

a. Nein, denn trockene Haut entsteht nicht durch zu wenig Feuchtigkeit, sondern dadurch, dass der Fettgehalt der obersten Hautschicht gesenkt wird. Dies passiert sowohl im Dampfbad als auch in der Sauna.

b. Ja, denn durch den Dampf-Niederschlag auf der Haut wird zusätzliche Feuchtigkeit in die oberste Hautschicht gebracht.

Kommentar: Da mit dieser Frage ein gängiges Vorurteil aufs Korn genommen wurde, haben entsprechend viele Teilnehmer (ca. 40%) diese Frage falsch beantwortet. Richtig war Antwort a: Sowohl in der Sauna als auch im Dampfbad wird der Fettgehalt der obersten Hautschicht gesenkt. Umgekehrt konnten aber Studien zeigen, dass auch die trockene Sauna bei regelmäßiger Anwendung eine verbesserte Durchblutung der Haut bewirkt.

 6. Ist es sinnvoll, zwischen zwei Saunagängen im Whirlpool oder im warmen Thermalwasser zu entspannen?

a. Ja, denn vor einem Saunagang ist es sinnvoll, im Whirlpool oder Thermalwasser die Körpertemperatur durch das Wasser schon leicht zu erhöhen – das erleichtert das Schwitzen bei nächsten Saunagang

b. Nein, denn das warme Bad führt zu einer Erhöhung der Körpertemperatur, was dem Charakter des Saunabadens als wechselwarme Anwendung widerspricht.

Kommentar: Die richtige Antwort ist hier b), knapp 20% aller Leser beantworteten dies falsch – ähnlich sieht dies in der Praxis der Saunabadenden aus! Der Wortlaut der richtigen Antwort wurde von der Redaktion mit Prof. Eberhard Conradi vom Deutschen Saunabund abgestimmt. Nicht einfach ist es, hier eine angemessene Formulierung zu finden – wir bedanken uns für seine Mithilfe!

7. Ist es sinnvoll, nach der Sauna kalte und warme Ganzkörpergüsse oder kalte und warme Fußbäder im Kneippbecken im Wechsel durchzuführen?

a. Ja, denn durch den Wechsel wird der Kreislauf angeregt.

b. Nein, denn wechselwarme Bäder (auch Fußbäder!) können den Kreislauf durch ihre Reizwirkung zu sehr belasten.

Kommentar: Mehr als die Hälfte aller TeilnehmerInnnen lagen hier falsch (die richtige Antwort ist b): Kein Wunder, wird dies auch von den Betreibern der Saunaanlagen häufig falsch kommuniziert. Liegt direkt vor der Saunakabine ein heiß-kaltes Kneipp-Fusßtretbecken, so ist den meisten Saunabadenden natürlich nicht bewusst, dass sowohl vor als auch nach dem Saunieren lediglich ein WARMES Fußbad geraten wird. Hinweise und Schilder würden hier weiterhelfen. Gerade weil Kneipp-Fußbecken im Trend liegen, sollten die Betreiber hier Pfarrer Kneipp – der die Sauna sicher befürwortet hätte – durch bessere Information der Gäste gerecht werden.

8. Ist es sinnvoll, vor und nach einem Saunagang ein warmes Fußbad zu nehmen?

a. Ja, weil durch das warme Fußbad vor dem Saunagang der Körper auf die Saunawärme vorbereitet wird. Nach der Abkühlphase bewirkt ein warmes Fußbad die erneute Öffnung der Blutgefäße, die den Wärmetransport aus dem Körperkern ermöglicht.

b. Nein, weil die Füße in der Sauna ohnehin warm werden.

Die richtige Antwort lautet hier a) – die meisten LeserInnen haben dies richtig beantwortet – herzlichen Glückwunsch!

9. Wann sollte ein Fitness-, Aqua-Fitness oder Schwimmtraining an einem Wellnesstag stattfinden, vor oder nach der Sauna?

 a. Direkt nach dem Saunieren, da Muskeln und Gelenke durch die Sauna entspannt werden und so einem Muskelkater vorgebeugt werden kann.

b. Vor dem Saunieren mit einer ausreichenden Ruhepause zwischen Sport und dem Saunabad. Durch die sportliche Bewegung wird das Herz-Kreislauf-System belastet, und muss sich vor dem Saunagang normalisiert haben. Durch die Sauna entspannen sich die beanspruchten Muskeln und einem Muskelkater kann so vorgebeugt werden.

Mit nur einer Ausnahme lagen hier alle Teilnehmer richtig mit der Antwort B – Glückwunsch!

10. Wie groß ist der durchschnittliche Flüssigkeitsverlust bei drei Saunagängen, der nach dem Saunieren durch geeignete Getränke ersetzt werden sollte?

a. 0,5 - 1 Liter, b. 1,5- 2 Liter

Kommentar: Auch hier lag die Hälfte der Teilnehmer leider falsch: mindestens 1,5 Liter sollten ersetzt werden. Wer es genau wissen will (natürlich ist die Menge sehr unterschiedlich) kann sich vor und nach dem Saunieren auf die Waage stellen: Der größte Teil des geringeren Gewichts nach dem Saunabad entspricht dem Flüssigkeitsverlust, d.h. 500 g weniger Gewicht würde bedeuten, ca. einen halben Liter Wasser zu sich zu nehmen. Ebenso sollte man an ausreichende Zufuhr von Mineralstoffen und Elektrolyten denken.

Tipp: Trinken Sie im Sommer beispielsweise an schwülen Tagen, wenn Sie reichlich geschwitzt haben, einen halben Liter mineralstoffreiches Heilwasser (z.B. Fachinger o.ä.), Sie werden vielleicht die positive Wirkung spüren.

11. Was ist eine Ernährungspyramide?

a. Ein Stapel aus Obst und Gemüse, der von Reformhäusern modellhaft für gesunde Ernährung ausgestellt wird.

b. Eine Pyramide aus dem alten Ägypten, in der den Königen als Opfergabe trockene Früchte beigegeben wurden.

c. Eine grafische Darstellung, die aufgrund von Erkenntnissen der Ernährungswissenschaft zeigt, in welchem Mengenverhältnis zueinander verschiedene Nahrungsmittel konsumiert werden sollten, um sich gesund zu ernähren.

Natürlich war die richtige Antwort C: Das fanden auch 99% unserer LeserInnen!

12. Was versteht man unter einer Rasul-Anwendung?

a. Anwendung von Tonerde, die meist in einem milden Dampfbad auf die Haut aufgetragen wird. Die Tonerde bewirkt eine porentiefe Reinigung und Hautpflege.

b. Eine Seifenschaummassage, die die Haut porentief reinigt.

Kommentar: Das war knifflig! Und ca. 20% aller Teilnehmer lagen daher falsch, weil sie Rasul-Anwendungen mit Hamam-Anwendungen verwechselten. Im Falle von Hamam handelt es sich nämlich um Seifenschaummassagen, bei Rasul geht es um Tonerde wie in Antwort A beschrieben.

13. Wer war Sebastian Kneipp?

a. Arzt aus Bad Wörishofen, der gemeinsam mit finnischen Ärzten vor und während des 2. Weltkrieges die Wirkung der Sauna untersuchte.

b. Pfarrer von Bad Wörishofen (1821-1897) und Erfinder einer ganzheitlichen Gesundheitslehre

c. Romanfigur aus dem gleichnamigen Roman „Meine Wasserkur“

Kommentar: Immerhin 10% aller Teilnehmer lagen falsch und glaubten, Kneipp wäre ein Arzt aus Bad Wörishofen gewesen! Aber natürlich handelt es sich bei Sebastian Kneipp um den Pfarrer von Bad Wörishofen und die Antwort B ist richtig. Wer sich für Details interessiert, kann unter kneippverband.de Genaueres erfahren.

14. Welches sind die fünf Säulen der Kneippschen Naturheilkunde?

a. kaltes Armbad, Fußbad, Schlauchguss, Rückguss, Nackenguss

b. Wasser, Ernährung, Heilpflanzen, Bewegung, Lebensordnung

Auch hier sind etwa 16% der Teilnehmer in die Falle A getappt – richtig ist die Antwort B!

15. Welches sind die wichtigsten Themen im Wellnessbereich, für die heute zahlreiche Präventionsmethoden entwickelt wurden, die auch von vielen Krankenkassen subventioniert werden?

a. Bewegung, Ernährung, Entspannung

b. Arzneimittelkunde, Umwelttoxologie,Gesundheitsmanagement

Endlich! Die Frage 15 ist die erste, die von ALLEN Teilnehmern mit a. richtig beantwortet wurde.

16. Was ist eine Shiatsu-Anwendung?

a. Traditionelle Thai-Massage b. Chinesische Fingerdruckmassage

Obwohl die Frage knifflig war, konnten sie fast 94% aller LeserInnen richtig mit b. beantworten.

17. Zu Beginn einer Wellness-Massage fragt der Masseur nach den gesundheitlichen Problemfeldern. Dies ist ein Zeichen für

a. schlechte Ausbildung, denn er sollte dies beim Massieren intuitiv spüren

b. qualifizierte Ausbildung, denn etwaige Probleme müssen vor der Anwendung abgeklärt werden

 Auch bei dieser Frage lagen alle Teilnehmer mit b. richtig – Glückwunsch! Achten Sie bei Ihrer nächsten Massage darauf!

18. Nach welchem Motto sollte man einen Wellnesstag durchführen?

a. Je mehr Anwendungen und Baden desto besser, denn nur mit ausgiebigem Baden und Saunieren erreicht man die erwünschte Wirkung

b. Weniger ist mehr, denn es ist wichtig, auf den eigenen Körper zu hören und ausreichend Ruhepausen zu lassen. Wird dem Körper keine Ruhe gegönnt, kann die positive Wirkung sich in ihr Gegenteil verkehren, da der Körper zu vielen Reizen ausgesetzt wird.

Kommentar: Auch diese Frage war wohl eher pädagogisch gestellt. Auch wenn sie alle TeilnehmerInnen richtig mit b beantwortet haben, sieht die Realität in den Bädern und Thermen leider oft anders aus. Das Aufguss-Personal wird mit „heißer – mehr!“ angefeuert, Aufgüsse sind überfüllt, Baderegeln werden nicht befolgt und die heiße Sauna mit kaltem Bier „aufgegossen“.

Danke!

Aber sicher interessierten sich gerade die Teilnehmer des Wellness-Führerscheins für die richtigen Antworten auf alle Wellnessfragen und möchten daher offensichtlich auch Verantwortung für ihr eigenes gesundheitliches Wohlbefinden übernehmen. Wir bedanken uns daher recht herzlich für die Teilnahme und die Mühe, die umfangreichen Fragen zu beantworten! Wir hoffen, es hat Ihnen Spaß gemacht!